Der Geniesser Gipfel

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Wein von A-Z

A ~ wie "ahaaa – Effekt" ist die wichtigste Regel beim Weineinkauf!
Kaufen Sie nie die Katze im Sack. Nicht dem Weinverkäufer soll der Weinschmecken, sondern Ihnen! Also vorher probieren – was in guten Weingeschäften meistens möglich ist – und nicht unbedingt immer auf Andere hören. Denn wenn's nicht schmeckt, den Wein einfach nicht kaufen.

~ wie Abgang
Wird das Spüren der Geschmacksstoffe beim Trinken genannt, wobei ein langer Abgang positiv bewertet wird und für die Qualität des Weins spricht. Die wenigsten Menschen wissen, dass der Großteil unseres Geschmacksempfinden, nämlich 80%, von der Nase geliefert wird. In der so genannten Riechschleimhaut der Nasenhöhlen liegen mehr als zehn Millionen Riechzellen. Diese bilden zusammen mit den Geschmacksknospen auf der Zunge den gesamten Geschmack.

B ~ wie Barrique (gesprochen "Barick")
Kleine Holzfässer aus Eiche ( 225 Liter ) die von Innen getoastet werden und somit dem Wein Vanille und Carameltöne geben. Hier gilt aber "weniger ist mehr", denn sonst können Sie sich auch eine Tüte Werther's Echte statt einer Flasche Wein kaufen. Und schon so mancher Wein wurde geschmackstechnisch in einem Barriquefass getötet.

~ wie Blume oder Bukett (franz. Blumenstrauß)
Wird die Summe aller Duft- und Geschmacksstoffe genannt. Mit Übung und Konzentration können Sie immer neue Geschmäcker und Düfte aus einem Wein herausschmecken. Auch wenn es seltsam klingt, kann ein Wein erdig, blumig, nach Geräucherten oder Gemüse und vielem mehr schmecken. Probieren Sie es aus und schmecken Sie ganz genau hin.

C ~ wie Champagner und seine Alternativen
Das edle Prickelwasser und seine Alternative. Nichts gegen Champagner, aber in Zeiten von Smart-Shopping sind preiswerte und echte Alternativen gefragt. Sekte aus Deutschland sind spritzig, lecker zu trinken und zu angenehmen Preisen (etwa die Hälfte!) zu bekommen. Schon das erste Glas macht Lust auf mehr.

~ wie Cuvée (französisch für Weinbehälter)
Ein oft zur Verwirrung führender Begriff, weil in den einzelnen Ländern recht Unterschiedliches damit ausgedrückt wird und es keine eindeutige und gesetzlich vorgeschriebene Definition (und auch keine EU-Norm) gibt. Im Allgemeinen wird darunter der Verschnitt (die kunstvolle Vermischung) aus verschiedenen Rebsorten, Jahrgängen oder Lagen verstanden, um einen bestimmten Geschmack zu erzielen. Das Verfahren wird besonders bei der Champagnerherstellung eingesetzt.

D ~ wie deutscher Wein
Alle Welt trinkt und liebt unsere Weine! Nur wir selber nicht. Eigentlich schade, denn die Weine sind absolute Weltklasse. Zugegeben, es ist nicht immer leicht sich durch den Wust von Namen zu lesen, aber lassen Sie sich dabei einfach von dem Weinhändler Ihres Vertrauens beraten. Sie werden sehen es lohnt sich, ob auf der Terrasse oder vor dem Kamin, deutsche Weine passen zu jeder Gelegenheit.

~ wie dekantieren
Wenn Sie älteren Rotweinen etwas wirklich Gutes tun wollen, schicken Sie ihn durch einen Dekanter. Dies ist ein besonders geformter Trichter mit einem Sieb. Durch ihn wird der Wein aus der Flasche vorsichtig in eine Karaffe umgegossen, um ihn vom Depot, das sich am Flaschenboden absetzt und grausig schmeckt, zu trennen. Durch den Kontakt mit der Luft entfalten ältere Rotweine ihr ganzes Aromaspektrum und schmecken noch mal so gut.

E ~ wie Essen und Wein
Es gibt keine Allgemeingültigkeiten bei diesem Thema. Das wäre auch schade, denn dazu macht das Experimentieren beim Kochen, Essen und Trinken einfach viel zu viel Spaß und den lassen wir uns von niemandem nehmen. Kleiner Tipp am Rande: Laden Sie doch einfach ein paar Freunde ein und sagen sie ihnen was es zu Essen gibt. Jeder soll dazu einen Wein mitbringen, von dem er meint, dass er dazu passt. Ob das immer schmeckt? Wissen wir nicht. Aber Sie schlagen sicher drei Fliegen mit einer Klappe. Der Abend wird preiswert, Sie bekommen alle viele Weine zu probieren und zu testen und es wird ganz sicher ein richtig lustiger Abend!

~ wie Etiketten-Trinker
Abwertende Bezeichnung für einen Wein-Konsumenten, der seine Weine zum Großteil auf Grund "großer Namen", das heißt von bekannten und traditionsreichen Produzenten bzw. Weingütern kauft. Meistens aus Prestigegründen oder auch Halbwissen, welches ihn verunsichert. Eigentlich extrem schade, denn gerade den (noch!) unbekannten, deutschen Weingütern sollte man jederzeit eine Chance geben. Hier ist Mut gefragt und dieser wird meistens auch belohnt. Auch hier sollten Sie sich vom Weinhändler Ihres Vertrauens leiten lassen, der jedes Etikett enttarnt und Ihnen genauere Informationen geben kann.

F ~ wie hier spricht der Fachmann
Es gibt keine Fachmänner im Weinbereich. Es gibt nur Menschen, die mehr Wein getrunken haben als Sie. Und Menschen, die sich beruflich mit nichts anderem beschäftigen. Einigen wir uns also darauf: wir sind einfach alle nur Weintrinker, der eine eben mehr und der andere weniger. Also halten Sie sich ran. Grundsätzlich ist es bei Weinen wie mit den Männern, man sollte sie sich nicht schönreden lassen.

~ wie Feinschmecker
Fälschlicherweise eine Bezeichnung für Menschen, die viel Geld für Essen und Wein ausgeben. Doch wir alle können Feinschmecker werden, indem wir immer "fein schmecken". Genießen Sie einmal etwas ganz einfaches und schmecken Sie ganz genau hin: Schon ein frisches Brot mit köstlichen Aufschnitt oder leckeren Käse kann zu einem Glas Rotwein ein purer Genuss sein. Probieren Sie alle Nuancen rauszuschmecken und alles auf der Zunge zergehen zu lassen. Schlingen ist verboten. So werden auch Sie ganz schnell ein Feinschmecker!

G ~ Gläser
Es ist tatsächlich absolut korrekt, dass das Thema Glas und Wein ein Thema ist und sein sollte. Allerdings kann man es auch hier übertreiben. Wir schlagen Ihnen vor sich vier Gläsertypen anzuschaffen: Champagnergläser, Weißweinkelche, Rotweinkelche und Rotweinballons. Hierbei müssen es keine High-End Gläser sein, mundgeblasen und teuer verkauft. Achten Sie einfach nur auf zwei Dinge: Das Glas sollte nicht zu dick sein, besonders nicht am Trinkrand und das Glas sollte sich zum Glasrand hin verjüngen, so bleiben die Aromen im Glas und verflüchtigen sich nicht gleich im Raum. Kleiner Tipp, gute Gläser bekommen Sie von Schott Zwiesel, Spiegelau oder Riedel.

~ wie Gärung
Die alkoholische Gärung (auch als Fermentation bezeichnet) ist schon seit urdenklichen Zeiten bekannt; das Wort leitet sich vom althochdeutschen "jerian" (gären) ab. Die Gärung entsteht überall dort spontan, wo bei einer optimalen Temperatur zwischen 18 und 27 °C Hefepilze mit wässrigen Zuckerlösungen in Kontakt kommen. Klingt eklig, ist aber so. Und ohne die alkoholische Gärung würde es auf der Welt so viele schöne Dinge wie Wein, Bier und Sekt nicht geben!

H ~ wie Hallo
und danke, dass Sie bis hierher gelesen haben, dass hätte schlimmer kommen können. Geben Sie jetzt bloß nicht auf, Sie sind auf den letzten 10 Metern der Strecke.

~ wie Hauswein
Eigentlich kennen wir die Bezeichnung nur aus Restaurants, aber wir können nur empfehlen, dass Sie sich selber ein paar Hausweine zulegen. Sprich Weine, die Sie vielleicht sogar direkt vom Winzer beziehen und bei denen Sie genau wissen, was Sie an ihnen haben. Sie passen zu jeder Situation, sind bei vielen Gästen schon gelobt worden und es verbreitet sich das angenehme Gefühl der Vertrautheit, wenn Sie mit Ihrem Hauswein die Gläser füllen, denn es gibt keine bösen Überraschungen. Lagern Sie sich gerne ein paar Flaschen mehr im Keller ein, dann stehen Sie nie auf dem Trockenen. Gerade bei spontanen Besuch oder gemütlichen Abenden ist der eigene Hauswein immer ein Garant für Genuss!

I ~ Italiener
Pinot Grigio klingt zwar besser als Grauburgunder, ist aber zumindest namentlich eigentlich das Gleiche. In den meisten Fällen schmecken die Stiefelweine nicht annähernd so gut, wie unsere. Natürlich gibt es hier auch Ausnahmen! Aber dafür können die Italiener eben köstliches Eis und die beste Pasta machen.

~ Impériale
Eine Weinflasche mit dem achtfachen Inhalt, also sechs Litern. Sollten Sie es einmal richtig krachen lassen, gibt es von vielen Weinen Flaschengrößen, an denen viele Freunde auch Spaß haben. Flaschengrößen beginnen mit der Standardgröße 0,75l, danach folgt die Magnum mit einem Volumen von 1,5l (gut für vier Personen), die Marie-Jeanne mit 2,25l, die Doppelmagnum mit 3 l (für 6-8 Personen), die Rehoboam mit 4,5l und das Schlachtschiff die Impériale oder auch Methusalem mit unglaublichen 6 Litern. Wir wünschen guten Durst!

J ~ wie junge Weine
Die meisten Weine werden heute zu früh, also zu jung getrunken. Aber was soll man auch sonst mit ihnen machen? Oft sind Sie dann, besonders Rotweine, zu hart und kräftig. Hier kann man sich behelfen indem man die Weine "dekantiert" (siehe unter dekantieren) oder wie man auch sagen kann "umschüttet". Sinn und Zweck dieser Aktion ist es dem jungen Wein mit seinen aggressiven Tanninen und Gerbstoffen eine größere Oberfläche an der Luft zu bieten und Ihn so geschmeidiger zu machen. Hier kann man beim Dekantieren ruhig etwas flegelhaft hantieren und den Wein schnell umgießen, so bekommt er noch mehr Luft.

~ wie Jahrgangswein
Dieser wird entweder ganz oder zu einem großen Teil aus Trauben eines Jahrgangs gewonnen. Je nach Land, Gebiet oder Wein kann der Anteil variieren. Jahrgänge sind wichtig für den Zeitpunkt an dem der Wein getrunken werden kann. (Siehe auch junge Weine) Weißweine verzeihen einem meistens, dass man sie früh und jung trinkt. Bei Rotweinen führt die Lagerung oft zu einem noch besseren Geschmack. Auch hier wird Ihnen der Weinhändler Ihres Vertrauens weiterhelfen können. Bei Schaumweinen und Sekt ist der Verschnitt (siehe Cuvée) üblich. Andernfalls ist der Jahrgang ausgewiesen.

K ~ wie Kühlen
Ein wirklich guter Tipp wenn man eine Flasche schnell kalt bekommen will. Einen Sektkühler wird mit kleinen Eisstückchen/Würfeln gefüllt, mit Wasser übergossen und mit einer Handvoll Salz bestreut. Dadurch taut das Eis und es entsteht Verdunstungskälte. Die Flasche wird dann im Sektkühler etwa 10 Minuten lang vorsichtig um den Flaschenhals gedreht. So ist die Sommerparty gerettet.

~ wie Kalorien
Mit knapp 700 Kcal pro Liter (Rotwein und Dessertwein etwas mehr) schlägt Wein mit relativ vielen Kalorien zu Buche. Dies ist vor allem auf den Alkohol- und den Restzuckergehalt zurückzuführen. Doch sobald man sich dies bewusst gemacht hat, gilt wieder: Genieße in Maßen und nicht in Massen! Dies schützt uns vor dem Kater am nächsten Morgen und gefährdet auch nicht die Bikini-Figur.

L ~ wie Lebendig, leicht und lieblich
Den Bezeichnungen für Weine ist keine Grenze gesetzt. Schmecken Sie einfach mal drauflos, lassen Sie den Wein über Ihre Zunge rollen und überlegen Sie sich genau, wie Ihnen der Wein schmeckt. Dies ist auch mit dem Partner oder Freunden eine spannende Abwechslung beim gemeinsamen Essen: Was schmeckst Du im Wein? Und wer kann die meisten Eigenschaften herausschmecken? Ist es vielleicht auch so, dass jeder etwas anderes schmeckt? Lassen Sie sich überraschen.

~ wie Lambrusco
Nichts gegen die Weine und Sekte anderer Länder, aber um diesen perlenden Rot- und Roséwein (Frizzante) sollten sie in den meisten Fällen einen großen Bogen machen. Es sei denn, sie haben gerne am nächsten Morgen einen Kater. Die Italiener trinken ihn meist selber nicht und sind froh, dass so viele Deutsche wider besseren Wissens den Export von Lambrusco in die Höhe treiben.

M ~ wie müde
Ja auch Wein hat Gefühle. Auch wenn es kaum zu glauben ist. Beispielsweise wenn er längere Zeit transportiert oder großen Temperaturschwankungen ausgesetzt wurde, dann wird er müde. Man sollte ihn kühl und ruhig lagern, damit er sein Gleichgewicht wieder findet und alles ist gut. Wäre schön, wenn das bei uns Menschen auch so wäre.

~ wie Marienkäfer
Insekten in Weinstöcken sind nicht immer Schädlinge, sondern es gibt auch Nützlinge, die der Winzer gerne in seinen Weinstöcken sieht, wie zum Beispiel den Marienkäfer. Diese kleinen Kerlchen mit bunten Punkten auf ihrem Rücken haben einige der Schädlinge im Weinberg am allerliebsten auf ihrer Speisekarte und sind somit natürliche Schädlingsvertilger. Somit wird wohl besonders von Winzern der Marienkäfer auch Glückskäfer genannt.

N ~ wie Naturhefe
Die Erzeuger hochklassiger Weine und Biowinzer schwören auf die Kraft der Naturhefe, denn nur natürliche Pilzorganismen gewährleistet individuelle, vom Terroir geprägte Weine. Zwar kann durch die Verwendung von Zuchthefe der Gärprozess besser kontrolliert werden. Aber wie das meistens im Leben ist, bringen die kontrollierten Dinge weniger Spaß und schmecken dann auch nicht mehr so gut.

~ wie Nebukadnezar~ Hier handelt es sich nicht um einen babylonischen König, sondern den unglaublichen Umfang einer Flasche Wein mit zwanzigfachem Inhalt von Normalflaschen, also 15 Liter. Um solche eine Flasche zu leeren, sollten Sie sich ein paar Freunde mehr einladen. Aber Sie sollten es auf jeden Fall einmal erlebt haben, wie schwer man sich im Laufe des Abends aus diesem Monstrum nachschenken kann.

O ~ wie Öchsle
in Deutschland gebräuchliche Maßeinheit für das Mostgewicht, die auf der Dichte des Mostes basiert und namentlich von dem Pforzheimer Christian Ferdinand Öchsle (1774 -1852), abgeleitet wurde, der eine Mostwaage entwickelt hatte. Ein typischer trockener Wein hat ein Mostgewicht von 83 bis 104 Öchsle, das entspricht einer Dichte von 1,083 bis 1,104. Ein durchgegorener Wein mit 75 Öchsle kommt auf 10 Prozent Alkohol, einer mit 110 Öchsle bringt es dagegen schon auf 14 Prozent.

~ wie Önologie
Auch wenn wir nach besonders weinseligen und schönen Abenden gern darüber nachdenken Wein zu studieren, sollten wir dies denen überlassen, die wirklich Ahnung und Talent haben. Önologie kann man an einer Weinbauschule studieren und dort alle Bereiche des Weinanbaus und der Weinbereitung vom Weinberg bis zur Abfüllung in die Flasche fachlich begleitet erlernen.

P ~ wie Parker, Robert
Der weltweit einflussreichste Weinschriftsteller (Wine Advocate) der heutigen Welt, so die Los Angeles Times. Sein Urteil hat manchen Weinstil nachhaltig geprägt. Ob das gut ist, steht auf einem anderen Blatt. Einige Weinmacher haben die Vorlieben des Kritikers für schwere, komplexe Rotweine so nachzuahmen versucht, dass darunter die Besonderheiten von Rebsorten, Klima und Boden verloren gingen. Von Parker auf der legendären 100-Punkte-Skala hoch bewertete Weine sind in der Regel in kürzester Zeit vergriffen. Doch wollen wir alle den Geschmack von Parker haben? Sorgen sollte es uns nur, dass er langsam anfängt, nach Deutschland zu luschern. Also nach wie vor beim Weinkauf gilt: A wie Ahhaa-Effekt!

~ wie Primeur
Der junge, bzw. der erste Wein des Erntejahres in Frankreich. Ab dem 3. Donnerstag im November darf der junge Wein des Beaujolais verkauft werden und alle sind total aus dem Häuschen. Der Beaujolais-Primeur ist inzwischen zu einem Kult auf der ganzen Welt geworden. Sicherlich ist es wert, ihn einmal zu probieren, aber ob man den Trubel mitmachen muss, ist ein anderes Thema.

Q ~ wie Quetschen
Auch wenn die Trauben es nicht gerne haben, aber leider müssen sie vor dem Pressen gequetscht werden und werden so zu Maische, damit der Saftaustritt erleichtert wird. Früher wurde dies in einer fröhlichen Zeremonie auf den Weingütern gefeiert, da alle barfuß auf dem Wein rumtrampeln durften. Heute macht diesen Job eine Quetschmühle.

R ~ wie Riesling
Die wohl feinste und komplexeste Weißweinsorte der Welt bringt vor allem in kühlen und gemäßigten Klimazonen die überzeugendsten Ergebnisse hervor. Ist inzwischen das allerbeste Aushängeschild für deutsche Weine weltweit. Und wir trinken ihn nach wie vor richtig gerne!

~ wie Reblaus
Schon der Name spricht für sich selbst. Hierbei handelt es sich ursprünglich um eine aus Amerika stammende Blattlaus, die Mitte des 19. Jahrhunderts nach Europa eingeschleppt wurde und hier eine Katastrophe auslöste. Das einzig wirksame Gegenmittel wurde 1880 entdeckt: Durch das Aufpfropfen der Reben auf Wurzeln reblausresistenter amerikanischer Reben konnte die Reblaus die Weinstöcke nicht mehr befallen. In Europa gibt es seitdem nur noch geringe Bestände wurzelechter Reben.

S ~ wie Sommelier
der Sommelier (französisch für Mundschenk) arbeitet in einem Restaurant und ist dort sozusagen der Kellner, der mitdenkt. Er ist nicht nur dafür verantwortlich seine kostbaren Tropfen sicher und trocken zu lagern und immer einen Überblick davon zu haben, was sich in seinem Keller stapelt. Er berät auch gerne die Gäste in Bezug auf die Weinwahl zu dem bestellten Menü. Ein guter Sommeliers redet nur dann wenn er gefragt wird und hält sich ansonsten auch freundlich zurück. Doch ist es auch für Weinkenner immer wieder interessant sich von einem Kenner beraten zu lassen und etwas Neues auszuprobieren.

~ wie Schaumweinsteuer
Deutschland ist das letzte Land in der EU, in dem eine Steuer für Schaumwein entrichtet werden muss. Sie wurde im Jahre 1902 von Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) zur Finanzierung des Kaiser-Wilhelm-Kanals (seit 1948 heißt dieser Nord-Ostsee-Kanal) und der kaiserlichen Kriegsflotte eingeführt. Demnach zahlen wir heute noch die Zeche für den alten Willem.

T ~ wie Tannin
Hat nichts mit der Weihnachtstanne zu tun und ist auch nicht zu verwechseln mit Estlands Hauptstadt Talin. Hier handelt es sich um Gerbstoffe, die man in Rotweinen findet. Sie sind Bestandteile der Traubenkerne und Traubenschalen, die wie wir bei M wie Maische gelernt haben, mit vergoren werden. Im Laufe der Lagerung bauen sich die Tannine ab und der Wein wird runder und eleganter.

~ Trinktemperatur
Kein anderer Faktor beeinflusst den Weingenuss so sehr wie die "richtige" Temperatur, bei der ein Wein optimal sein Aroma voll entfalten kann. Durch das Einschenken ins Glas oder Dekanter verdunsten die flüchtigen Bestandteile des Weines. Mit steigender Temperatur wird dies beschleunigt. Das Ausmaß der Empfindungen ist unter 8° Celsius Wein-Temperatur eher neutralisiert, bei 12° Celsius noch eingeschränkt und bei 18° Celsius sehr hoch. Also merke, je kühler der Wein desto weniger Geschmack kann sich entfalten. Deswegen Weine bitte weder tot kühlen noch überwarm servieren. Es sei denn Sie möchten einen Glühwein machen, allerdings benötigen Sie dazu noch Zimt, Nelken und Zucker.

U ~ wie UTA
Nein, nicht die Uta, die Sie jetzt meinen! Vielmehr handelt es sich um die untypische Alterungsnote. Ein Wein mit diesem Fehler hat einen muffigen Geruch nach nassem Sackleinen, nach Mottenkugeln oder Seife. Meist ist keine Sortentypizität mehr vorhanden, die Weine schmecken dumpf und reduziert. Leider ist bis heute nicht erwiesen woher Uta kommt, die Ärmste hat sozusagen keine eindeutige Herkunft.

V ~ wie Verschlüsse
Knapp 60% der Weinflaschen weltweit werden mittels Naturkorken verschlossen; die Tendenz ist auf Grund des immer wieder auftretenden Korkengeschmacks fallend. Rund ein Drittel sind Agglomerat (Presskorken) und der kleine Rest sind mannigfaltige Alternativverschlüsse wie Drehverschluss, Glaskorken und Kunststoffkorken. Die Tendenz zu diesen Alternativen ist jedoch steigend.

W ~ wie Weinetikett
Eine Wein-Etikettierung in weiterem Sinne gab es bereits in der Antike, wo zum Beispiel Amphoren mit einer Beschriftung und mit dem Jahrgang versehen wurden, sowie auch andere Informationen dort lesbar waren. Heute ist dies sozusagen die "Geburtsurkunde oder Pass" für einen Wein mit umfangreichen und – bezüglich vieler Punkte gesetzlich vorgeschriebenen – Informationen.

X ~ wie XO
Eine Abkürzung für "extra old" die meist bei Cognacs genutzt wird. Hier ist es ja ähnlich wie bei den Weinen: wenn ein guter Cognac oder Wein richtig alt wird, schmeckt er richtig gut. Auf diese leichte Schulter sollten wir das Älter werden eigentlich auch einmal nehmen.

Y ~ wie Ya salam
Trinkspruch aus Arabien, der so viel bedeutet wie Frieden. Warum sollte man sich zur Abwechslung nicht mal auf anderen Sprachen zuprosten? In Finnland heißt Prost "Kippis" in China "Gan bei", in Dänemark "Skål" und auf Esperanto "Je via sano". Na dann Prost!

Z ~ Zugeben von Zucker
Es besteht grundsätzlich die Möglichkeit beim Weinmachen Zucker zuzusetzen. Allerdings unterscheidet man hier zwischen Anreichern (Zugabe zum unfertigen Wein zwecks Alkohol-Erhöhung), der Süßung (Zugabe zum fertigen Wein mit dem Zweck der Erhöhung des Restzucker-Gehaltes) und dem Panschen, also die verbotene Zufuhr von unerlaubten Zugaben wie Zucker, Wasser oder anderen Stoffen, die die Menge vergrößern oder eine höhere Qualität vortäuschen sollen. Eigentlich ist es unglaublich, was nicht alles mit Wein gemacht wird, nur damit er uns schmeckt. Und wem schmeckt schon gepanschter Wein?

~ wie Zig-Zag
In England und Amerika ein häufiges Modell eines Accessoires, was bei keinem Weinkenner und -liebhaber fehlen darf: der Korkenzieher. Und nach wie vor gibt es die Verfechter vom Kellnermesser, an dem sich unerfahrene Probanden schon verletzt haben sollen, des Flügelkorkenziehers, sehr beliebt bei Frauen, da leicht zu handhaben oder des klassischen Korkenziehers ohne viel Schnick schnack. Eigentlich ist die Wahl egal – Hauptsache, sie können mit dem Gerät umgehen, der Korken kommt sauber aus der Flasche und zerlegt sich nicht in seine Einzelteile. Und bei spontanen Weinverköstigungen ist das Wichtigste sowieso, dass Sie überhaupt einen Korkenzieher haben! Dann steht dem Genuss so gut wie nichts mehr im Wege.

Und nicht vergessen: In vino veritas!